Kinderarmut ernster nehmen

Du armes Kind! Erwachsene sagen das manchmal, wenn sie einen trösten wollen: etwa, weil das Knie aufgeschrammt ist oder die beste Freundin doof war. Zum Glück geht so etwas schnell vorbei.

Anders ist es mit Kindern und Jugendlichen, die wirklich arm sind, deren Familien also sehr wenig Geld haben. Dazu gehören bei uns ungefähr zwei von zehn Menschen unter 18! Das berichteten Fachleute am Mittwoch. Diese Kinder und ihre Familien haben viel weniger Geld zum Leben als die meisten anderen. Eine Reise, ein Kinobesuch oder die Freunde nach Hause einladen: So etwas ist für sie nicht oder nur selten möglich.

Fachleute finden, das ist ein riesiges Problem in Deutschland. „Armut ist das größte Risiko für die Entwicklung von Kindern, zumal sie oft lange anhält oder die gesamte Kindheit andauert“, sagte eine Expertin. Dabei sei das schon länger bekannt. Aber es werde viel zu wenig getan. Die Regierung sagte dagegen am Mittwoch: Zuletzt hätten viel mehr arme Familien Unterstützung vom Staat bekommen als früher.

Die Fachleute sagten auch: Einerseits könne die Corona-Zeit die Armut noch verschlimmern, etwa weil Eltern ihren Job verloren haben. Andererseits hätten aber mehr Leute deren Probleme bemerkt. So wurde etwa klar, dass für arme Kinder Unterricht zu Hause besonders schwierig ist, weil etwa ein Computer fehlt. Gegen solche Nachteile wolle man nun mehr tun.

 

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