Ein Fohlen und ein Reitpferd

Fandango ist vier Jahre älter als sein kleiner Bruder Cody. Deshalb lernt er schon, sich reiten zu lassen. Doch manchmal ist das Fohlen Cody ganz schön frech und stört den Reitunterricht!

Pferdezüchterin Meike geht zur Weide. Und sofort kommt das Fohlen Cody angelaufen, um sich kraulen zu lassen. „Er mag Menschen sehr gerne“, erzählt Meike und streichelt dem kleinen Hengst durch das braune Fell. An den Abend seiner Geburt kann sich Meike noch gut erinnern. Sie war ein wenig aufgeregt, doch die Geburt lief ganz problemlos. Als Cody danach im Stroh lag, fing er plötzlich an, mit seinem kleinen Mäulchen zu schmatzen. Cody hatte Hunger! Doch um am Euter seine Mama trinken zu können, musste er aufstehen. Und das war ganz schön wackelig.

In der freien Natur gehören Pferde zu der Beute von Raubtieren. Es ist also wichtig, dass sie vor ihren Angreifern fliehen können. Damit schon die Kleinsten mithalten können, lernen sie das Laufen ganz schnell nach der Geburt. Cody purzelte beim Lernen zwar einige Male hin, aber bald konnte er sogar schon galoppieren.

Doch wie schafft man es eigentlich, dass Pferde dabei auch noch Menschen tragen? Das kann man gerade neben Codys Weide erleben. Dort galoppiert Codys älterer Bruder mit seiner Reiterin Sonja durch die große Halle. Das Pferd heißt Fandango und ist vier Jahre alt.

Bei den meisten Reitpferden ist es so wie bei Fandango: Sind sie drei oder vier Jahre alt, werden sie eingeritten. Die Tiere lernen dabei, einen Reiter zu tragen und ihm zu gehorchen. Bevor sich jedoch das erste Mal ein Mensch auf den Rücken setzt, kommt der Sattel. Der wird vorsichtig auf den Rücken gelegt. Wenn sich das Pferd dran gewöhnt hat, wird der Gurt um seinen Bauch gelegt und behutsam zugemacht.

Außerdem bekommen Pferde eine Trense über den Kopf gezogen, damit der Reiter sie lenken und anhalten kann. Es ist sehr wichtig, dass das Pferd dabei nicht erschreckt wird. Denn dann könnte es Angst vor dem Sattel und der Trense bekommen. Und das wäre für ein Reitpferd natürlich nicht gut. Wenn das Pferd dies gelernt hat, ist der große Moment gekommen: Ein Mensch darf sich das erste Mal auf den Rücken setzen. Das Pferd muss nun lernen, trotz des Gewichts das Gleichgewicht zu halten.


Für Fandango ist das kein Problem mehr. Er soll heute mit Sonja üben, dass er auf ihre Zeichen hin in den Schritt, Trab oder Galopp wechselt. Mitten in die Übung platzt plötzlich ein Geräusch. Es ist das helle Wiehern von Fohlen Cody. Fandango bleibt stehen und wiehert zurück. Ob Cody wohl schon mal wissen will, wie sich das mit dem Reiten so anfühlt?

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