Polizei ist am Wochenende gegen Demonstranten vorgegangen

Die Berliner Polizei hatte am Wochenende viel zu tun. Denn in der Stadt gab es eine große Demonstration. Auch am Montag sprachen darüber noch sehr viele Menschen.

Runter! Ihr geht jetzt runter!“ Das brüllt der Polizist den Demonstranten entgegen. So ist es auf Videos vom Samstag zu sehen. Am Montag dann sitzt der Polizist zusammen mit Kollegen beim Bundespräsidenten am Tisch und erzählt von seinem Einsatz. Denn der Bundespräsident wollte sich dafür bedanken.

Was war am Samstag passiert? Demonstranten aus einer Demo gegen die Corona-Regeln waren auf eine eigentlich abgesperrte Treppe gestürmt. Die Treppe gehört zum Reichstagsgebäude. Das Gebäude in Berlin ist Sitz des deutschen Parlaments. Es heißt Bundestag. Hier kommen Politiker zusammen, um etwa über neue Gesetze zu entscheiden.

Doch unter den Demonstranten waren Menschen, die die Arbeit des Parlaments ablehnen und es sogar ganz abschaffen würden. Denn sie sind mit vielen Grundregeln in unserem Land nicht einverstanden. Auch rechtsextreme Pöbeleien wurden gerufen. Das können zum Beispiel Beleidigungen gegen Flüchtlinge sein. Auf der Treppe standen zu diesem Zeitpunkt nur wenige Polizisten, um das Reichstagsgebäude zu bewachen. Sie konnten aber verhindern, dass die Demonstranten in das Gebäude kamen.

Gerade in solchen Momenten ist die Arbeit der Polizei nicht leicht. Deshalb werden schwierige Situationen immer wieder geübt, berichtet Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei. „In Rollenspielen werden die Polizisten dann zum Beispiel bepöbelt und in stressige Situationen gebracht. So kann man üben, auf verschiedene Arten zu reagieren“, erklärt er.

Viele sind froh, dass die Polizisten die Menschen aufgehalten haben. Doch es gibt auch Leute, die den Einsatz der Polizei am Samstag kritisch sehen. Sie fragen sich etwa, warum nur so wenige Polizisten am Reichstag standen. Außerdem seien manche Polizisten aggressiv gewesen. Sie sagen: Der Plan der Polizei für die Demo war nicht gut.

 

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