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Menschenkette zum Löschteich

am 22.03.2018

Schlaufuchs-Reporter besuchen Deutsches Feuerwehrmuseum

Wer das Deutsche Feuerwehrmuseum in Fulda besucht, begibt sich auf eine Zeitreise. Die Schlaufuchs-Reporterinnen Paula Hommens (10) und Matilda Schütt (11) aus Fulda berichten, was sie dort erlebt haben.

Egal ob groß, klein, jung oder alt – das Deutsche Feuerwehrmuseum in Fulda ist für jeden Besucher ein spannendes Erlebnis. Gegründet wurde es 1963, seinen Sitz in der Fulda-Aue hat das Museum aber erst seit 1987. Allein 40 Großgeräte sind in dem Gebäude untergebracht, darunter ein grünes Feuerwehrauto aus der Nazi-Zeit mit Einschusslöchern und eine Drehleiter von 1903. Neben nachgebauten Häusern und Wohnungen werden auch Helme, Uniformen und viele andere Sachen rund um die Brandschützer gezeigt.
Unter den vielen Ausstellungsstücken befindet sich die weltweit älteste erhaltene fahrbare Handdruckspritze. Sie wurde 1624 gebaut. Das war mitten im 30-jährigen Krieg (1618 bis 1648). Ungefähr 500 Liter Wasser passten in die Handdruckspritze hinein. Pro Minute pumpten die Bürger 150 bis 200 Liter Wasser zum Löschen aus ihr heraus.
Weil das richtig anstrengend war, brauchte es sehr viele Menschen, um einen Brand zu löschen. Nach nur vier Minuten an der Handdruckspritze war man nämlich so müde, dass der Nächste übernehmen musste. Mindestens 20 Minuten brauchten die Helfer, um sich davon zu erholen, bevor sie sich weiter an der Brandbekämpfung beteiligen konnten. Und nicht nur das! Zum Befüllen der Handdruckspritze benötigte die Feuerwehr ebenfalls viele Leute. Denn wenn der Teich, See oder Brunnen mit dem Löschwasser weit entfernt war, musste eine lange Menschenkette gebildet werden. Fünf-Liter-Eimer wurden mit Wasser gefüllt und zur Spritze vom einen zum anderen weitergereicht. Das war mühsam.
Auf unserem Rundgang mit Museumsleiter Rolf Schamberger (59) haben wir Reporter ein kleines Feuerwehrauto von einem Kinderkarussell entdeckt. Schamberger erklärte uns dazu, dass Autos auf einem Karussell immer links herum fahren. Das hat mit der Ritterzeit zu tun. Damals haben die Ritter auf Holzpferden das Ringestechen trainiert. Die Lanze hielt man auf der rechten Seite, also bewegte man sich links herum. Auf einer Museumsführung bekommst du einen guten Einblick in die Geschichte der Feuerwehr. Da alle Fahrzeuge in einer Vertiefung stehen, betrachten wir Kinder sie auf Augenhöhe. Das macht Spaß, weil du die Unterschiede zu den modernen Feuerwehrautos gut erkennst.
Hinter jedem Gegenstand verbirgt sich eine andere Geschichte. Besonders interessant ist ein Orden in einer Glasvitrine. Früher war die Arbeit bei der Feuerwehr sehr anstrengend. Es gab weder Atemschutzmasken noch moderne Löschfahrzeuge. Man musste fit und stark sein. Außerdem brauchten die Feuerwehrleute eine gute Ausdauer, weil sie lange bei starker Hitze arbeiten mussten. Da klingt es nur logisch, dass sie für diese Arbeit belohnt wurden.
Für ihre Taten bekamen die Feuerwehrleute als Auszeichnung verschiedene Orden überreicht. Es gab zum Beispiel einen Orden für 20 Jahre Dienstzeit. Dieser war in der Regel aus Silber. Den Orden knöpften sich die Feuerwehrleute meist stolz an ihre Jacken. Weil aber ein goldener Orden mehr auffiel als ein silberner, gingen manche zum Juwelier und ließen ihn sich vergolden. Solch ein vergoldeter Orden ist im Museum ausgestellt. Matilda hat diese Geschichte besonders gefallen. Der Orden ist für sie das Schmuckstück des Museums. Wer sich dort selbst auf die Suche nach seinem persönlichen Schmuckstück begibt, wird sicher fündig.

Weitere Bilder vom Ausflug der Schlaufuchs-Reporter findest du hier