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Eine Idee Napoleons

am 22.03.2018

Museumsleiter steht Rede und Antwort

Rolf Schamberger ist der Leiter des Deutschen Feuerwehrmuseums in Fulda. Die Schlaufuchs-Reporter Marco Freda (8) aus Eichenzell und Felix Böhle (11) aus Fulda stellten dem 59-Jährigen viele Fragen.

Was sind die Aufgaben der Feuerwehr?
Retten, Bergen, Löschen, Schützen, Hilfe bei Notfällen leisten wie zum Beispiel bei Hochwasser, Verkehrsunfällen und der Rettung von Tieren.
Warum gibt es eigentlich Freiwillige und Berufsfeuerwehren?
In großen Städten ab 100 000 Einwohnern gibt es sehr viele Einsätze, deshalb wurden vor langer Zeit Berufsfeuerwehren gegründet. Freiwillige Feuerwehren gibt es meist auf dem Land. Ihre Mitglieder haben noch einen anderen Beruf.
Wer hat die erste Feuerwehr gegründet?
Das waren Christian Hengst, Stadtbaumeister von Durlach, und sein Freund Carl Metz, ein Feuerwehrgerätefabrikant aus Heidelberg. Sie gründeten am 27. Juni 1846 die erste Freiwillige Feuerwehr in Durlach in Baden und gaben ihr den Namen „Pompier-Corps“. Das ist Französisch und bedeutet Pumpen-Mannschaft. In Frankreich wird das Wort bis heute als Bezeichnung für die Feuerwehr gebraucht.
Warum Französisch?
Die Idee für eine Feuerwehr hatten sich Hengst und Metz beim französischen Militär abgeschaut. Napoleon hatte eine eigene militärisch organisierte Feuerwehr gegründet. Der Grund: Alle bisherigen Versuche, einen Brand zu löschen, waren nicht sehr erfolgreich gewesen. Die Mitglieder der ersten Feuerwehren gewann man aus den Turnvereinen. Deren Mitglieder konnten schnell laufen und hatten genug Kraft, um die Löschpumpen zu betätigen. Sieben Monate nach der Gründung hatte die Durlacher Feuerwehr den ersten großen Einsatz beim Großbrand des Großherzoglichen Hoftheaters in Karlsruhe. Christian Hengst bekam die goldene Verdienstmedaille.
Welche Ausbildung braucht man heute?
Eine Berufsausbildung als Handwerker ist wichtig. Danach geht man auf die Feuerwehrschule und macht verschiedene Lehrgänge.
Was ist das älteste Feuerwehrauto in der Ausstellung?
Das ist die Elektro-Automobil-Drehleiter von 1903. Das neuste ist eine Drehleiter aus dem Jahr 1985.
Ab wann durften Frauen zur Feuerwehr?
Seit dem Brandschutzhilfeleistungsgesetz von 1970. In die Feuerwehr eintreten, kannst du übrigens schon als Kind. Es gibt die Bambinifeuerwehr, später geht es zur Jugendfeuerwehr und in die Einsatzabteilung.

Aha!
Mit dem Homo erectus (siehe Foto oben) fing alles an. Deshalb beginnt die Ausstellung im Deutschen Feuerwehrmuseum in Fulda mit einer Büste dieses Urmenschen. Der Name Homo erectus kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „aufgerichteter Mensch“.
Der Homo erectus erkannte als erstes Lebewesen, dass Feuer nicht nur schadet, sondern auch wärmt, zur Zubereitung von Nahrung dient und vor Feinden schützt. Vor allem Letzteres verschaffte ihm einen wesentlichen Vorteil im urzeitlichen Überlebenskampf. Während sich die gefährlichen Tiere vor dem Feuer fürchteten, konnte sich der Homo erectus nachts im Schein der Flammen seiner Feuerstelle in Sicherheit wissen. 
Dies erklärte Museumsleiter Rolf Schamberger den Schlaufuchs-Reportern. Außerdem machte er sie auf den Spiegel hinter der Büste aufmerksam. Jeder Besucher kann sich darin mit dem Urmenschen vergleichen. Seit dem Homo erectus gibt es die Unterscheidung zwischen gutem und schlechtem Feuer. „Die Feuerwehr löscht natürlich nur das schlechte, also das zerstörende Feuer. Den warmen Ofen brauchen wir Menschen schließlich“, sagte Schamberger. / lq

Weitere Bilder zum Ausflug der Schlaufuchs-Reporter findest du hier