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Zu Gast bei Franziskanern

am 14.03.2018

Kinder-Kultur im Kloster auf dem Frauenberg

Von Sabine Kohl

„Halt doch mal die Klappe.“ Hat das schon mal jemand zu dir gesagt? Die jungen Besucher der Klosterführung auf dem Frauenberg bei der gestrigen Kinder-Kultur-Veranstaltung wissen jetzt auch, woher diese Redewendung kommt.

Rund 20 Kinder sitzen im Chorgestühl hinter der großen Orgel in der Klosterkirche der Franziskaner auf dem Frauenberg. Oder besser gesagt, sie stehen. Um sich zu setzen, klappen sie erst die Sitze ihrer Stühle hinunter. Und machen dabei einen Heidenlärm. „Jetzt haltet ihr alle mal die Klappe fest, und bewegt sie ganz langsam nach unten“, erklärt Gästeführerin Elisabeth Heil, die den jungen Besuchern das Kloster zeigt. Und tatsächlich, im zweiten Versuch ist es ganz leise. „Na, könnt ihr euch jetzt vorstellen, woher der Begriff ‚Halt die Klappe‘ kommt?“, fragt Elisabeth Heil schmunzelnd.
Bevor es in den Chor ging, hatten die Kinder schon die barocke Klosterkirche und die supermoderne Beichtkapelle besucht. In der Kirche erfuhren sie, dass nicht alles, was nach Marmor und Gold aussieht, auch Marmor und Gold ist. „Die Franziskaner sind ein Orden, zu dessen Gelübden die Armut gehört“, erklärte Elisabeth Heil. Deshalb bestehe die Marmor- und Goldfassade oft aus Holz.
Auch das auf dem Frauenberg bereits vor mehr als 1200 Jahren gebetet wurde, erfuhren die Kinder. Damals zog sich Bonifatius, der Gründer des Klosters Fulda, oft auf den Frauenberg zurück, um dem hektischen Klosterleben zu entkommen. Deshalb hieß der Frauenberg auch lange Bischofsberg, bevor er zu Ehren der Mutter Gottes Maria in Berg unserer Lieben Frau umbenannt wurde.
Den jungen Besuchern hat die Führung gut gefallen. „Ich bin hier, weil ich möglichst viele Erfahrungen sammeln möchte“, berichtet der zehnjährige Emil aus Eichenzell. „Und heute habe ich viel Neues über die Franziskaner gelernt.“ Auch Elena (9) aus Kämmerzell hat die Führung gut gefallen: „Am schönsten fand ich die Klosterkirche.“ Das findet auch Amalia (7) aus Wüstensachsen. Einen echten Franziskaner hatte sie zuvor noch nie getroffen. Das hat sich gestern geändert. Denn zum Abschluss der Veranstaltung beantwortete Bruder Gerhard die Fragen der Kinder.
Organisiert wurde die sechste Kinder-Kultur-Veranstaltung der aktuellen Reihe von antonius – Netzwerk Mensch, die seit dem vergangenen Jahr mit den Franziskanern auf dem Frauenberg kooperieren und das Gelände gemeinschaftlich nutzen.

Weitere Bilder zur Kinder-Kultur auf dem Frauenberg findest du hier.