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Ein gelebter Brauch

am 05.03.2018

Schlaufuchs-Reporter berichtet von Hutzelfeuer in Burghaun

Weg mit den ausgedienten Weihnachtsbäumen! Einsammeln, aufschichten und anzünden: Am Hutzelsonntag wurde das Hutzelfeuer in Burghaun entzündet. Unser Schlaufuchs-Reporter Henry Hambach (9) aus Burghaun war als Mitglied der Jugendfeuerwehr vor Ort.

Die Freiwillige Feuerwehr Burghaun lädt jedes Jahr am ersten Sonntag in der Fastenzeit zum Hutzelfeuer ein. Dieses Jahr freute ich mich besonders darauf, denn seit knapp einem Jahr bin ich Mitglied in der Jugendfeuerwehr. Doch bevor der Winter symbolisch vertrieben werden konnte, hatten wir jede Menge vorzubereiten.
Bereits im Januar wurden im Dorf die alten Weihnachtsbäume von der Jugendfeuerwehr eingesammelt. Es machte mir viel Spaß, auf dem Traktor mit Anhänger mitzufahren. Beim Sammeln waren die Handschuhe besonders wichtig, da die Nadelbäume ganz schön piksten. Die Bäume schichteten wir am Hutzelplatz am Ortsrand zu einem riesigen Haufen auf. Wie jedes Jahr sollte die Hutzelhexe auf dem Reisighaufen brennen. An einem Gruppenabend der Jugendfeuerwehr wurde dafür eine Strohpuppe gebastelt, der alte Kleidung angezogen wurde. Fertig war die Hutzelhexe.
Am Hutzelwochenende hatten die Feuerwehr Burghaun und die Jugendfeuerwehr noch viel zu tun. Wir mussten den Würstchen- und Getränkestand aufbauen, den Generator in Betrieb nehmen und letzte Vorbereitungen am Reisighaufen vornehmen. Damit das Holz besser brennt, wurde an einigen Stellen Stroh in den Haufen gelegt. Zum Schluss kam die Hutzelhexe oben auf den Reisighaufen.
Nachdem alles erledigt war, fuhren wir mit den Feuerwehrautos zurück zum Feuerwehrhaus. Dort startete bei Einbruch der Dunkelheit der Fackelzug. Begleitet von zwei Feuerwehrautos liefen zahlreiche Familien mit der Jugendfeuerwehr zum Hutzelplatz. Hier stärkten sich schon die Besucher bei Würstchen und Getränken.
Am Hutzelplatz angekommen, wurde der Reisighaufen mit unseren brennenden Fackeln entzündet. Da es in den vergangenen Tagen sehr trocken war, brannte der Haufen richtig schnell. Unsere Hutzelhexe war schon nach ein paar Minuten verschwunden. Ich stand die meiste Zeit in der Nähe des Feuers und schaute fasziniert in die lodernden Flammen. Während meiner Feuerwache – das ist eine wichtige Aufgabe beim Hutzelfeuer – hatte ich eine Feuerpatsche in der Hand. Dies ist ein einfaches Gerät aus Metall, welches die Feuerwehr zur Bekämpfung  von Flur- und Waldbränden einsetzt. Die Feuerpatsche besteht aus einem Stab, an dessen breitem Ende Streifen aus Federstahlblech ähnlich einem Federbesen befestigt sind.
Nach etwa zwei Stunden war das Feuer fast komplett heruntergebrannt. Aus dem riesigen Reisighaufen war ein kleiner Gluthaufen geworden. Die Feuerwehr stellte auch über Nacht sicher, dass nichts passierte. Ich finde es toll, dass der alte Brauch des Hutzelfeuers in Burghaun lebendig ist. Hoffentlich haben wir den Winter vertrieben. Für mich als Nachwuchsfeuerwehrmann war es ein tolles Erlebnis. Ich bin gerne bei der Jugendfeuerwehr.

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