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Jesus und der Rechenfehler

am 05.01.2018

Schlaufuchs-Reporter berichtet aus dem Planetarium in Fulda

Der Blick in den nächtlichen Sternenhimmel ist faszinierend. Schlaufuchs-Reporter Henry Hambach (9) aus Burghaun hat das Planetarium im Vonderau Museum in Fulda besucht. Dort ging es in einer Vorführung um den „Stern der Weisen“.

Das Vonderau Museum in Fulda beherbergt ein Planetarium. Hier erleben die Besucher Reisen durch die Weiten des Universums. Vorführer Daniel Alles erklärte uns den Sternenhimmel über Fulda. Weil es in einer Stadt viele Laternen und andere Lichter gibt, sind durch die Lichtverschmutzung nur circa 200 bis 300 Sterne zu sehen. Im Planetarium können diese Lichter mit einem Knopf ausgeschaltet werden. Über uns sahen wir dann 3000 Sterne. So einen fantastischen Sternenhimmel kannst du in der Natur nur an wenigen Stellen sehen, zum Beispiel im Sternenpark Rhön.
Daniel Alles erklärte uns den Sternenhimmel. Am bekanntesten ist das Sternbild Großer Wagen. Die Deichselsterne des Großen Wagens weisen in die Richtung des Polarsterns. Der Polarstern zeigt an, wo die Himmelsrichtung Norden ist. Dieser Stern ändert am Himmelszelt niemals seine Position. Er steht direkt über dem Nordpol. Alle anderen Sterne wandern im Laufe der Nacht am Himmel.
Wenn man sich im Zeitraffer den Sternenhimmel anschaut, drehen sich alle Sterne um den Polarstern. Deshalb ist der Große Wagen auf der Nordhalbkugel in einer klaren Nacht stets zu sehen. Früher konnten die Seefahrer so die Himmelsrichtung Norden leicht herausfinden. Der Polarstern ist nicht der hellste Stern am Himmel. Das ist Sirius. Ein typisches Wintersternbild auf der nördlichen Halbkugel ist der Orion.
Nach der Einführung über den Sternenhimmel begann Daniel Alles mit seinem Vortrag über den „Stern der Weisen“. Er sprach über die Heiligen Drei Könige, frühere Astronomen und wissenschaftliche Erklärungsversuche zum Weihnachtsstern. Im Kölner Dom befindet sich etwa der Dreikönigenschrein, in dem die sterblichen Überreste der Heiligen Drei Könige liegen sollen. Es gibt sehr viele neue und alte Gemälde, auf denen der Stern von Bethlehem als Stern oder Komet dargestellt wird. Dies ist astronomisch gesehen vermutlich falsch. Kometen haben Umlaufbahnen wie Planeten. Rein rechnerisch befand sich kein Komet zur Zeit der Geburt Jesu in der Nähe von Bethlehem. Eine Supernova als Erklärung schließen Wissenschaftler aus. Bei einer Supernova explodiert ein Stern am Ende seiner Lebenszeit. Dabei nimmt die Leuchtkraft des Sterns extrem zu. Nach einer Supernova bleibt ein Neutronenstern, ein Pulsar, übrig. Doch es gibt keinen.
Astronom Johannes Keppler beobachtete um 1600 Planetenkonjugationen. Planeten befinden sich auf Umlaufbahnen. Als Konjugation wird die scheinbare Begegnung zweier Planeten bezeichnet. Es gibt Aufzeichnungen darüber, dass sich im Jahre 7 vor Christus im November eine Karawane mit Gelehrten aus Babylon auf den Weg nach Jerusalem machte. Die gelehrten Männer waren Sterndeuter, keine Könige. Sie beobachteten auf ihrem Weg den Sternenhimmel. Am Himmel ereignete sich zu dieser Zeit eine dreifache Planetenkonjugation von Jupiter und Saturn im Sternbild Fische.
Jedes Sternbild und jeder Planet hatte für die Weisen aus dem Morgenland eine Bedeutung. Jupiter symbolisierte einen König, Saturn galt den Babyloniern als Gott der Juden. Das Sternbild Fische symbolisierte die Küstenregion Israels. Dieses seltene Ereignis war für sie ein Zeichen, dass ein König in Jerusalem zur Welt kommen würde. Sie besuchten König Herodes. Dieser erschrak, als er von den Beobachtungen hörte.
Die drei Weisen sind damals den Sternen gefolgt. Sie zogen in Richtung der dritten Konjugation nach Betlehem. Als sie am Himmel sahen, dass der Planet Mars sich Jupiter und Saturn näherte, erkannten sie, dass eine Gefahr drohte. Daher gingen sie nicht wieder zurück zu König Herodes. Heute wissen wir, dass bei der Bestimmung des Geburtsdatums von Jesus ein Fehler unterlaufen ist. Im Mittelalter gab es eine Kalenderreform. Nicht im Jahre null, sondern sieben Jahre vorher erblickte Jesus das Licht der Welt.
Weitere Informationen zum Planetarium des Vonderau Museum findest du im Internet.