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Wölfe, Lava und eine mutige Frau

am 01.09.2017

Schlaufuchs-Reporter berichtet aus dem Naturmuseum in Tann

Wie ist die Rhön entstanden? Welche Tierarten sind heimisch in dieser Region? Wie lebten die Menschen früher dort? Antworten auf diese und viele andere Fragen hat Schlaufuchs-Reporter Kimmy Joel Baier (10) im Naturmuseum in Tann gefunden.

Das Rhöner Naturmuseum befindet sich in einem ehemaligen Teil des Tanner Schlosses. In der unteren Etage sind lebensgroße Nachbildungen von Wisent, Wolf, Auerochse, Braunbär, Elch und Rentier in einer toll gestalteten Landschaft ausgestellt. Der Besucher hat das Gefühl, dass die Tiere gleich loslaufen könnten.
An einem Vulkanmodell kannst du zudem erforschen, wie die Rhön entstanden ist. Wenn du auf den Knopf drückst, steigen Lava und Magma nach oben – wie bei einem richtigen Vulkan. Meiner Schwester Enya (7) gefällt der Schaukasten im Erdgeschoss am besten. Er gibt einen Überblick über Städte, Flüsse und Berge.
Im zweiten Stockwerk gibt es 26 Dioramen. So nennt man Schaukästen, in denen zum Beispiel Szenen mit Tieren dargestellt werden. Es werden darin selten gewordene und ausgestorbene Pflanzen und Tiere gezeigt. Leider hat sich die Artenvielfalt in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch verändert. Das gilt etwa für die Wölfe. Sie gefallen mir, sind aber nicht mehr in der Rhön zu finden.
Die Schaukästen sind detailreich gestaltet. Zu sehen sind unter anderem Szenen mit Fuchs, Sperber, Reh, Auer- und Birkwild, Dachs, Luchs und Wildkatze. An den Schaukästen sind Tafeln angebracht, die dir die Szenen erklären und die dargestellten Tiere benennen. Am besten hat mir der Schaukasten zu den Braunbären gefallen. Das Tier wird vor drei Phonolithfelsen, der Steinwand, gezeigt. Der Phonolith ist ein vulkanisches Gestein, welches grünlich bis grau gefärbt sein kann. Es wird auch Klingstein genannt, denn schlägt man einen Phonolithen an, entsteht ein heller Klang. Auf einem Monitor kannst du dir einen tollen Film über die Rhön ansehen.
Außerdem gibt es Fühl- und Riechboxen. Da kannst du verschiedene Rhöner Gerüche erriechen und einige interessante Dinge erfühlen. Mehr will ich nicht verraten. Das musst du selbst erleben. Wichtig für die Natur sind natürlich auch die Bienen. Wissenswertes über sie erfährst du auf der zweiten Ebene des Museums. Die Rhöner Bienen machen den besten Honig überhaupt. Der schmeckt super auf dem Frühstücksbrot.
Spannend ist zudem die Wechselausstellung „400 Jahre Juden in der Rhön“. Sie zeigt Gegenstände aus dem jüdischen Leben, zum Beispiel eine Tora-Krone und eine Hawdala-Kerze. Du erfährst hier einiges über jüdische Familien, die in der Rhön gelebt haben. Auf langen Listen liest du von Menschen, die während des Nationalsozialismus in Ghettos oder Konzentrationslagern ihr Leben verloren haben. Das machte mich wirklich nachdenklich und traurig. Aber du wirst dort auch von einer mutigen jungen Frau aus der Rhön lesen. Sie hat damals einigen jüdischen Mitmenschen das Leben gerettet.
Einen Blick auf das Tanner Schloss solltest du nach dem Museumsbesuch auf jeden Fall noch werfen. Du musst nur die kleine Gasse am Naturmuseum und dem Rhöndorf entlanggehen, schon stößt du auf das Schloss. Links vor dem Schloss befindet sich eine kleine kostenfreie Ausstellung. Sie heißt „SteinReich“ und wurde von Fritz Schmidl zusammengetragen. Schmidl war bis zu seinem Tod sehr an Fossilien und Gesteinen interessiert. Hier sind einige ausgestellt: Du kannst dir Ceratiten also Kammmuscheln ansehen, andere Muscheln und Pecten. Sie alle wurden in der Rhön gefunden.
Das Naturmuseum in Tann hat in diesem Jahr noch bis einschließlich Sonntag, 12. November, dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Infos unter Telefon (0 66 82) 89 77. 

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