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Pailletten, Raupen und T-Shirts

am 28.07.2017

Schlaufuchs-Reporterin über Workshop zum Thema Kleidung

Stoffe, Nähen und Kleidung – darum ging es in einem Workshop der Kinderakademie, den Schlaufuchs-Reporterin Tara-Yasmin Heil (11) aus Hauswurz in den Ferien besucht hat. Hier berichtet sie über das Arbeiten mit Filz und Seide.

Tag 1: Mit etwas Erde und einer großen Portion Wasser pflanzten wir Baumwollsamen in kleine Töpfe. Dann erfuhren wir von den Anfängen der Kleidung. Schon die Neandertaler schützten sich mit Fellen vor Kälte. Von unserer heutigen Auswahl an modischen Farben, Formen und Stoffen war das natürlich noch sehr weit entfernt. Aber die Idee der Neandertaler gab den Anstoß für die Herstellung von Kleidern und sorgte dafür, dass sich aus mühsam mit Knochenteilchen zusammengenähten Fellen unsere Textilindustrie entwickeln konnte. Der erste Stoff, den  wir kennenlernten, war Filz. Einer alten Erzählung nach wollte ein armer Bauernjunge einst einen ganz besonderen Stoff herstellen. Dieser sollte wärmend, robust und wasserabweisend sein. Eine scheinbar unmögliche Aufgabe. Egal, was er versuchte, es klappte nicht! Als er das Letzte, was ihm einfiel, erfolglos probiert hatte, warf er weinend die Wolle auf den Boden und trampelte darauf herum. Stunden später war daraus Filz entstanden. Mit Garn, blauem Filz und Schneiderkreide entwarfen und nähten wir kleine Täschchen. Meine ist auf der Rückseite mit Paillettenstoffen verziert und vorne mit einem Herz bestickt. Ein Perlmuttknopf dient als Verschluss.
Tag 2: Im Frankfurter Museum für Weltkultur gibt es gerade eine Ausstellung zum Thema Stoffe. Dort sahen wir Kleidung aus anderen Ländern und Epochen sowie einen Raum mit gewebten Teppichen. Über Kopfhörer hörte man die Geräusche, die beim Weben des jeweiligen Stoffes entstehen.
Tag 3: Inspiriert von den Teppichen im Museum versuchten wir am Tag darauf unser Glück. An kleinen Webrahmen stellten wir Verschlüsse für unsere Forscherbücher her. Kleine Notizbücher, in denen wir alles dokumentierten, was während des Workshops erarbeitet wurde.
Tag 4: Am nächsten Morgen gab es schon wieder neuen Stoff für die Forscherbücher: Seidenkokons. Die Raupen im Inneren hatten tagelang hauchdünne Fäden produziert, bis daraus ein stabiles Geflecht entstanden war, das nun in warmem Wasser vor uns lag. Seidenkokons weichen bei Wärme und Feuchtigkeit auf. So konnten wir den Seidenfaden aufwickeln oder es zumindest versuchen. Es schaffte so gut wie keiner, denn die Fäden sind zehnmal dünner als Menschenhaar und mehr als einen Kilometer lang. Später haben wir T-Shirts entworfen. Mein Shirt ziert nun der Schriftzug „Creative Love“ und ist ein einzigartiges Kleidungsstück.
Tag 5: Feuerzeuge wurden ausgeteilt. Wir lernten, dass der Geruch eines verbrannten Stoffes einiges über dessen Ursprung aussagt. Seide und Schafswolle sind tierischen Ursprungs, was man an dem Geruch nach brennenden Haaren erkennt. Textilien aus Pflanzenfasern wie Baumwolle und Leinen riechen nach verbranntem Papier. Hinterher gab es noch eine Überraschung. Einige T- Shirts waren zu steif zum Anziehen geworden. Deshalb wurden sie auf Leinwände genagelt. Der nächste wichtige Punkt war die Präsentation. Jeder sollte ein Thema vorstellen. Im Publikum saßen unsere Eltern. Sorgfältig feilten wir an unseren Reden. Ich stellte das Thema Baumwolle vor.

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