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Auf dem Rücken eines Pferdes

am 21.07.2017

Schlaufuchs-Reporterin ist mit Haflinger-Mix Flocke unterwegs

Reiten findet Schlaufuchs-Reporterin Nele Jehnert aus Neuhof richtig toll. Doch die Zwölfjährige kommt nur selten dazu. Jetzt in den Ferien konnte sie sich ihrem Hobby einen Tag lang widmen.

Viel zu selten komme ich zum Reiten. Ein Glück, dass ich kürzlich in Sachsen unterwegs war und mich dort mit Laura Glücke getroffen habe. Sie ist 19 Jahre alt und eine gute Freundin von mir. Laura ist seit 15 Jahren hoch zu Ross unterwegs. Mit vier Jahren hat sie in einem Reitstall in Wiesenbad damit begonnen. Auf dem weißen Shetlandpony Alf lernte sie die Grundlagen.
Die 13 Jahre alte Stute Flocke, ein Haflinger-Mix, gehört Laura seit sechs Jahren. Mit Flocke hat sie auch schon erfolgreich an Turnieren teilgenommen. Das Duo hat sogar einmal den zweiten und zweimal den dritten Platz bei den Kreisjugendspielen gewonnen.
Als ich diesmal zu Laura und Flocke kam, hieß es erst einmal: Putzen. Mit einer besonderen Bürste, dem Striegel, habe ich den groben Dreck aus Flockes Fell geputzt. Anschließend habe ich Flocke noch gebürstet und ihr die Hufe ausgekratzt. Danach konnte es für uns beide losgehen.
Laura, Flocke und ich sind auf die Sandkoppel gegangen. Dort hat Laura geschaut, was ich im Sattel schon kann. Dafür hat sie Flocke zunächst an die Longe  genommen. Laura hat mir Tipps zum richtigen Sitz und zur optimalen Beinhaltung gegeben. Dann nahm sie die Longe ab. Flocke und ich ritten allein. Auf den Platz hatte Laura Stangen und kleine Hindernisse gelegt. Wir sind darüber hinweggeritten – im Schritt und im Trab. Zum Schluss sind Flocke und ich sogar galoppiert! Das war für mich eine Premiere. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl und hat mir  sehr gefallen. Da Laura eine erfahrene Reiterin ist, habe ich ihr nach der Reitstunde noch ein paar Fragen zu ihrem Hobby gestellt.
Wie bist du zum Reiten gekommen?
Mein Opa ist einmal mit mir auf einen Reiterhof gefahren. Er hat sich ein Pony ausgeliehen, ist mit mir und dem Pony durch den Wald spazieren gegangen. Von da an war bei mir die Liebe zu den Pferden geweckt. Reiten, mit den Pferden zusammen sein – ab diesem Zeitpunkt wollte ich das einfach öfter machen.
Wo und wie oft reitest du in der Woche?
Ich bin Mitglied des Reit- und Fahrvereins Am Pöhlberg in Königswalde im Bundesland Sachsen. Wegen meiner Berufsausbildung kann ich zur Zeit leider nur ein- bis zweimal in der Woche reiten. Flocke wird aber auch an den anderen Tagen gut betreut.
Was sollten Kinder beachten, wenn sie Reiten lernen wollen?
Beim Reiten für Kinder sollte immer der Spaß im Vordergrund stehen. Das Wichtigste ist, dass die Kleinen die Freude daran behalten und trotzdem etwas dabei lernen. Die Vier- bis Achtjährigen führst du spielerisch ans Reiten heran. Als Erstes lernen sie den Umgang mit dem Pferd. Ab etwa neun Jahren kann man richtig mit dem Reiten anfangen. Je nach Entwicklungsstand des Kindes werden die Anforderungen dann gesteigert.
Ist Reiten ein teures Hobby?
Ja, leider. Es ist ein sehr teures Hobby. Nicht nur das Pferd kostet viel Geld, sondern auch die Ausrüstung, zum Beispiel die Reitbekleidung oder das Sattelzeug.

Das erste Mal auf ein Pferd zu steigen, ist aufregend. Hier bekommst du einen Überblick, was dich in der ersten Reitstunde erwartet:

• Egal ob Dressur, Western oder Vielseitigkeit: Reiten ohne Pferdepflege gibt es nicht. Bevor du in den Sattel steigst, musst du das Pferd vorbereiten. Bei den ersten Reitstunden helfen dir dabei der Reitlehrer oder einer der erfahrenen Reiter. Das Pferd wird geputzt. Du machst die Hufe sauber, sattelst es und ziehst ihm das Zaumzeug – die Trense – über.
• Danach erklärt der Reitlehrer dir, wie du aufsteigst. Sitzt du im Sattel, führt dich der Lehrer meist etwas im Schritt herum. So gewöhnst du dich langsam an die Bewegungen.
• Wenn das gut klappt, geht es an die Longe. So nennen es die Reiter, wenn der Lehrer in der Mitte steht und das Pferd an einer langen Leine um sich herumlaufen lässt. Das hat den Vorteil, dass der Reitlehrer das Pferd kontrolliert und der Schüler sich um sich selbst kümmern kann.
• Im Reitunterricht wird erklärt, wie man richtig auf dem Pferd sitzt. Und wie du das Tier kontrolliert in den drei Gangarten Schritt, Trab und Galopp reitest. Das ist der Knackpunkt, denn ein Pferd ist ein Lebewesen und hat seinen eigenen Kopf. Reitschüler dürfen auch traben und lernen so das Leichttraben. Das ist alles andere als leicht. Es bedeutet, dass sich der Reiter bei jedem zweiten Tritt des Pferdes etwas aus dem Sattel hebt und dann wieder vorsichtig hinsetzt.
• Wer schon länger reitet, kann mit anderen in einer Gruppe Unterricht nehmen. Fortgeschrittene lernen etwa das Springreiten, machen bei Ausritten mit oder starten auf Turnieren.


Weitere Informationen zum Thema Reitenlernen gibt es auf der Internetseite der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) unter den Rubriken Zur Homepage und Sport. 

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