Menü Button Lupe
Rhön Magazin Logo
Share Button
 
 

Vom Laufen, Balancieren und Pedalieren

am 10.07.2017

Schlaufuchs-Reporter besuchte das Deutsche Fahrradmuseum in Bad Brückenau

Das Deutsche Fahrradmuseum befindet sich nur wenige Kilometer hinter der hessischen Landesgrenze – und zwar in Bad Brückenau in Unterfranken. Schlaufuchs-Reporter Henry Hambach (9) aus Burghaun war dort.

Mit meiner Familie habe ich vor Kurzem einen Ausflug nach Bad Brückenau gemacht. Dort gibt es seit 2004 das Deutsche Fahrradmuseum. In einer liebevoll restaurierten Jugendstilvilla im Staatsbad Bad Brückenau ist die Geschichte des Zweirads vom Beginn bis heute chronologisch dargestellt.
Auf zwei Etagen sind neben normalen Fahrrädern auch Laufräder, Roller, Kinderfahrzeuge, Mopeds und Kleinmotorräder mit Zubehör ausgestellt. Vor 200 Jahren, im Jahr 1817, baute Karl Friedrich Drais eine Laufmaschine, die sogenannte Draisine. Diese hölzernen Laufmaschinen haben mich an mein erstes Laufrad erinnert, das ich als Kindergartenkind hatte, bevor ich das Radfahren gelernt habe.
In den folgenden Jahren wurden die Räder immer weiterentwickelt. Das Überwinden von großen Distanzen mit eigener Muskelkraft wurde vor allem für die Bevölkerung auf dem Land wichtig. Anfang der 1860er Jahre wurde in Paris das Tretkurbelvelociped gebaut. Radfahren bedeutete hier Balancieren und Pedalieren! Eine komische Bezeichnung, oder?
Auf den Hochrädern fuhren damals sportliche, junge Männer. Die Hochräder waren schwer. Man musste sportlich sein, um auf den Sattel zu kommen und die Pedale zu treten. Die Hochräder hatten eine kleine Aufstiegshilfe aus Metall, die am Rahmen angebracht war. Oben am Sattel angekommen musste der Radfahrer ordentlich balancieren. Da konnte man den Radfahrer wirklich fragen: „Wie ist die Luft da oben?“ Die Hochräder waren teilweise größer als ich. Das vordere Rad war deutlich größer als das hintere Rad. Die ausgestellten Dreiräder sahen schon deutlich sicherer aus. Diese wurden häufig von feinen Damen benutzt. Die ersten Räder hatten Vollgummireifen. Als 1888 die Luftbereifung erfunden wurde, verbesserte sich der Fahrkomfort. Das Niederrad entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts. Es hat einen Kettenantrieb, direkte Lenkung und etwa gleich große Räder. Mein Fahrrad sieht aus wie ein Niederrad.
Die Entwicklung ging rasant weiter. Man suchte nach der idealen Rahmenform, Federung und Bereifung. Die Fahrräder wurden günstiger und für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich. Es wurden  Sporträder, Herrenräder, Tandems, Rennräder, Damenräder, Mountainbikes, Kinderfahrräder, BMX-Räder und E-Bikes entwickelt. Diese Modelle kannst du dir im Museum anschauen. Dort gibt es zudem einen Vorkriegsfahrradladen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Fahrrad ein wichtiges Fortbewegungsmittel. In den 60er Jahren verschwand das Fahrrad fast völlig aus dem deutschen Straßenbild. Mit dem Wirtschaftswunder stieg als Zeichen des Wohlstandes das Interesse an der Motorisierung und das „Oma“-Rad blieb Frauen, Kindern und älteren Menschen vorbehalten. Zum Glück entdeckte man das Fahrrad aber bald wieder als Sportgerät. Eine wichtige Radsportveranstaltung ist etwa die Tour de France. Sie findet gerade statt. Mit den Rennrädern erreichen die Sportler dabei im Durchschnitt eine Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde, bergab sogar mehr als 100.
Könntest du dir vorstellen, kein Fahrrad zu haben? Mein Drahtesel ist mir sehr wichtig. Gut, dass Drais das Fahrrad erfunden hat. Weitere Infos zum Museum gibt es hier

Schlaufuchs-Termine

Keine Artikel in dieser Ansicht.