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Mit der Strickleiter ins Hundsloch

am 13.06.2017

Schlaufuchs-Reporter berichtet von der Charlottenhöhle in Hürben

Elektrizität, Stalagmiten, Stalaktiten, ein Stalagdraht und ein Höhlengeist – wie das zusammenpasst, erklärt dir unser Schlaufuchs-Reporter Kimmy Joel Baier (9) aus Burghaun. Er hat mit seiner Familie die Charlottenhöhle in Giengen-Hürben besucht.

Bist du mutig? Drei Zimmermannsleute aus Hürben waren es einst auf jeden Fall. Sie wollten dem Geheimnis des Hundslochs und des Höhlengeistes auf den Grund gehen. Auf diese Idee waren sie gekommen, weil die Hürbener vor langer Zeit ihre verstorbenen Tiere nahe der Burgruine Kaltenburg in eine tiefe Felsspalte warfen – diese aber nie voll wurde.
Eckhard Baschin vom Höhlen- und Heimatverein Giengen-Hürben erklärte mir, dass die Menschen damals glaubten, der Höhlengeist fräße die Kadaver auf. Doch die Neugierde siegte über die Furcht, und die drei jungen Männer Friedrich Strauß, Jakob Beutler und Kaspar Schlumpberger ließen am 7. Mai 1893 eine Strickleiter ins Hundsloch hinab. Unten angekommen, konnten sie den Höhleneingang nur erahnen, denn ein Berg aus Knochen lag davor.
Zwei Tage später stiegen sie erneut in das Loch und entfernten den gewaltigen Knochenberg, um die heutige Charlottenhöhle betreten zu können. Als sie in das vorderste Gewölbe gelangten, sahen sie einen etwa zwei Meter hohen Bodentropfstein. Jakob Beutler dachte sofort, dass es sich dabei um den Berg- oder Höhlengeist handeln musste. Zum Glück haben die Männer dann doch erkannt, dass es kein Geist war.
Benannt wurde die Höhle übrigens nach Königin Charlotte von Württemberg. Sie besuchte am 23.September 1893 die Höhle. Mittlerweile kann jeder die Charlottenhöhle besichtigen. Sie ist mit 532 begehbaren Metern die längste Schauhöhle Süddeutschlands. An manchen Stellen siehst du noch Spuren von Höhlenbären. Diese Spuren nennt man Bärenschliff, weil Bären sich früher an den Steinen das Fell scheuerten und zwar solange, bis der Stein glatt war. Bären gibt es in der Höhle keine mehr. Bewohnt ist sie trotzdem. Acht Fledermausarten sind dort zu finden. Früher gab es aber noch viel mehr Arten in der Höhle.
Stalaktiten hängen von der Höhlendecke herab. Stalagmiten wachsen vom Boden in die Höhe. Tropfsteine sind Steine, die durch tropfendes Wasser entstehen. Man darf sie nicht berühren, denn dann hören sie auf zu wachsen. In der Charlottenhöhle gibt es den einzigen Stalagdraht. So nennt man einen Tropfstein, der sich an einem Stromdraht gebildet hat und weiter gewachsen ist. Da er weder ein Stalagmit, noch ein Stalaktit ist, wurde er Stalagdraht genannt.
Eckhard Baschin hat mir Spannendes über die Elektrizität erzählt. Bevor es im Ort Hürben elektrisches Licht gab, hatten die Menschen in der Höhle die moderne Technik installiert. Viele Leute kamen, um das Licht zu bewundern. Die Höhle war zu dieser Zeit nur der Hintergrund. Heute ist das anders. Auf den Führungen bist du circa 27 Meter unter der Erde unterwegs. Die Stalaktiten und Stalagmiten werden bei den Lichtshows angestrahlt, dazu wird Musik gespielt.

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