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Von alten Knochen

am 07.04.2017

Schlaufuchs-Reporter über Stein- und Bronzezeit

Im Hünfelder Konrad-Zuse-Museum gibt es viele verschiedene Ausstellungen zu erkunden. Schlaufuchs-Reporter Henry Hambach (8) aus Burghaun hat die Abteilung der Vor- und Frühgeschichte besucht und nimmt dich mit auf eine Reise in Stein- und Bronzezeit.

Zahlreiche Fundstätten aus der Stein- und Bronzezeit hat das Hünfelder Land zu bieten. In der Abteilung Vor- und Frühgeschichte des Konrad-Zuse-Museums in Hünfeld kannst du dir verschiedene Werkzeuge aus der Steinzeit anschauen. Manche von ihnen sind mehr als eine Million  Jahre alt.
Meine Brüder Tom, Mike und ich schlugen echte Feuersteine gegeneinander. Die sprühenden Funken waren gut zu sehen. Außerdem hat es deutlich nach Schwefel gerochen. Die Museumsmitarbeiterin Irmgard Topat hat uns alles ganz toll erklärt. Der Höhepunkt der Ausstellung ist der Bereich über „Das reiche Mädchen von Molzbach“. Im Jahr 1931 wurde in der Nähe des Hünfelder Ortsteils Molzbach ein Grabhügel aus der Bronzezeit entdeckt.
 Frau Topat hat erklärt, dass ein Bauer sich damals immer über eine Kuppe auf dem Weg ärgerte, wenn er mit seinem Wagen darüber fuhr. Als er anfing, die Erde abzutragen, stieß er auf das Grab. Er meldete seinen Fund. Daraufhin fingen Archäologen an, zu graben. Der Grabhügel war mit Kalksteinen errichtet worden. Aus diesem Grund waren auch kleinste Knochenteile gut erhalten.
Es fanden sich mehrere Gräber, aber eines war ein ganz besonderer Fund. In einem fast unscheinbaren Hügel war ein totes Mädchen begraben. Im Grab wurden viele Schmuckstücke aus der Bronzezeit gefunden. Dazu gehörten ein Halsring, Spiralen, Gewandnadeln, ein Ohrring, ein Gürtel sowie Arm-und Beinschmuck. Außerdem lagen viele Bronzehütchen im Grab. Diese nennt man Tutuli. Sie wurden früher als Verzierung am Gewand angebracht.
Der Schmuck ist ein Zeichen dafür, dass das tote Mädchen vermutlich reich war. In den anderen Gräbern fanden sich wenige oder keine Grabbeigaben. Die Knochen und Schmuckstücke des toten Mädchens wurden wie ein Puzzle zusammengesetzt. Einige Skelettknochen fehlten allerdings, zum Beispiel ein Finger. Das Mädchen ist nach der Meinung von Wissenschaftlern ungefähr 1300 vor Christus im Alter von 20 Jahren gestorben.
Die Originalfundstücke befinden sich heute im Hessischen Landesmuseum in Kassel. Im Hünfelder Ausstellungskasten ist mit echten Knochen aus dem Mittelalter das Skelett nachgelegt. In einer Vitrine befindet sich ein Gewand so wie es in der Bronzezeit ausgesehen haben könnte.
Meine Brüder und ich hörten Irmgard Topat fasziniert zu. Wir haben beschlossen, demnächst mit unseren Eltern eine Wanderung zur Fundstätte am Bomberg bei Molzbach zu machen. Durch Hinweistafeln ist die Stelle des Grabhügels dort nämlich genau gekennzeichnet.

Weitere Informationen zu diesem Thema findest du hier.

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