Menü Button Lupe
Rhön Magazin Logo
Share Button
 
 

Von Kunstblut und Zahnspangen

am 20.11.2016

Reporterin im Gespräch mit Musical-Darsteller Thomas Borchert

Unsere Schlaufuchs-Reporterin Felicia Röhrig (9) aus Hauswurz war mit ihrer Familie im Musical „Tanz der Vampire“ im Deutschen Theater in München. Nach der Vorstellung hat sie Hauptdarsteller Thomas Borchert (50) interviewt. Er spielt Graf von Krolock.

Wollten Sie schon immer Musical-Darsteller werden?

Das kann man so nicht sagen. Ich wollte schon immer Musiker und Schauspieler werden. Das Klavierspielen habe ich früh gelernt. Als ich mich entscheiden musste, was ich studieren will, habe ich von der Stage School of Music, Dance and Drama in Hamburg erfahren und bin dort hin. Zum Musical kam ich über einen befreundeten Musiker. Er spielte bei „Cats“ und hat mir eine Freikarte besorgt. Die Rolle des Rum Tum Tugger hat mir besonders gefallen, und ich dachte, das wäre doch was für mich. Also sang und tanzte ich dafür vor. Ich war erst zwei Jahre auf der Stage School, als ich schließlich die Rolle bekam. Das war 1990. Da war ich 24 Jahre alt.

Was ist Ihre Lieblingsrolle?

Der Graf von Monte Christo. Frank Wildhorn hat sie extra für mich geschrieben.
Wie lange dauert es, bis die Maskenbildner sie in Graf von Krolock verwandelt haben?
Eineinhalb Stunden, denn auch die Hände werden geschminkt.

Ist es schwer, mit Vampirzähnen zu singen und sind die Zähne angeklebt?

Ja. Das muss vorher gut geübt werden. Die Zähne sind wie eine Zahnspange. Ein Kieferorthopäde hat sie extra für mich angefertigt.

Können Sie damit trinken?

Ja. Aber ich kann sie auch schnell herausnehmen und wieder reinmachen. Nur Essen kann ich nicht damit.

Wie schmeckt eigentlich das Kunstblut?

Das schmeckt nach gar nichts.

Welches ist Ihr Lieblingslied?

In „Tanz der Vampire“ ist es  „Die unstillbare Gier“. Ansonsten habe ich sehr viele Lieblingslieder.

Sie sind jetzt in München. Vermissen Sie manchmal Ihr Zuhause, wenn Sie so lange weg sind?

Hier in München bin ich acht Wochen. Das ist nicht so lange.  Aber ich war auch schon mal ein Jahr weg und immer nur kurz zu Hause. Das ist eben so in meinem Beruf. Das weiß man als Musical-Darsteller von vornherein.

Konnten Sie schon mal an einem Abend nicht singen?

Ja. Bisher ist das aber nur drei- oder viermal Mal passiert. Da musste ich ausgetauscht werden, weil die Stimme weg war. Dann heißt es, sich schonen, damit die Stimme bald wieder einsatzbereit ist. Als Musical-Darsteller zu arbeiten, erfordert Disziplin. Man muss auf sich achten und früh zu Bett gehen. Denn es ist ein anstrengender Beruf. Als Beispiel: Gerade spielen wir acht Vorstellungen in der Woche. Samstags und sonntags sogar zwei pro Tag. Nur am Montag haben wir frei. In der Woche von Halloween war auch am Montag noch eine Vorstellung, da waren es sogar neun. Das ist sehr viel. Dafür muss man fit sein.

Felicia über die Aufführung von „Tanz der Vampire“:

Das Musical ist bombastisch. Die Lieder sind live gesungen und werden von einem Orchester begleitet. Die Tänze sind beeindruckend, die Kostüme klasse. Ständig wechselt das Bühnenbild. Häuser drehen sich, Vorhänge gehen rauf und runter, eine Treppe oder Särge werden rein- und rausgeschoben. In dem Musical geht es um Professor Abronsius und seinen Gehilfen Alfred, die Vampire suchen, um sie zu erforschen. Alfred verliebt sich in Wirtstochter Sarah. Vampir Graf von Krolock hat auch ein Auge auf sie geworfen. Dann verschwindet Sarah.

Schlaufuchs-Termine

Keine Artikel in dieser Ansicht.