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Unterwegs in luftiger Höhe

am 10.10.2017

Kimmy Joel Bayer testet den Treetopwalk

Auf Augenhöhe mit einem Eichhörnchen durch die Bäume wandern, dass  kannst du auf dem Treetopwalk im Nationalpark Kellerwald-Edersee. Schlaufuchs-Reporter Kimmy Joel Baier (10) aus Fulda hat den Baumkronenweg getestet.

Von Kimmy Joel Baier

Am Südufer des Edersees liegt Hessens erster Baumkronenweg. Dort hast du ein unglaubliches Natur- und Walderlebnis. Schon der Weg zum Baumkronenweg ist schön. Du läufst den 750 Meter langen Eichhörnchenpfad entlang. An der Kasse bekommst du übrigens ein Faltblatt mit verschiedenen Fragen, die du im Laufe des Weges beantworten kannst. Die vielen Schautafeln helfen dir dabei.
Los geht es mit einem riesigen Kobel. So nennt man das Haus des Eichhörnchens. Erstaunlich fand ich, dass die Babys nackt, blind und taub sind, wenn sie geboren werden. Und wusstest du, dass Eichhörnchen Pilze essen können, die für uns giftig sind?
Auf den Schautafeln wird auch erklärt, wie aus einem Laubblatt wieder Erde wird. Bei einem Buchenblatt dauert das drei Jahre, bei Ahorn- und Lindenblättern zwei Jahre. Und das Blatt einer Esche ist in einem Jahr zersetzt. Toll, wie das alles funktioniert. Rotbuchen versorgen zudem 600 Quadratmeter mit Schatten und werden mehr als 400 Jahre alt.
Der Elefant ist übrigens nicht das größte bekannte Lebewesen auf der Erde. Es ist der Hallimasch. Gemeint ist ein Pilz, der eine Größe von 880 Hektar einnimmt, 600 Tonnen schwer und circa 2400 Jahre alt ist. Das meiste von den Pilzen ist unterirdisch und wird Myzel genannt.
Nach dieser Station wurde es dann echt noch spannender. An der Sprunggrube konnte man sich mit Tieren im Weitsprung messen. Unterschätzt hatte ich das Wildschwein, denn es kann bis zu sieben Metern springen. Nach der Station geht es auf den Baumwipfelpfad. Zu Beginn startet man in einem „Riesenkobel“. Die Konstruktion gleicht einem Kobel und besteht aus 6000 Metern Fichtenlatten und wurde mit 15 000 Schrauben verschraubt. Sechs Arbeiter haben daran drei Wochen gearbeitet. Nun läuft man Stück für Stück nach oben in die Baumkronen. Das Ziel ist eine Aussichtplattform mit Blick auf den Edersee und die Umgebung. Auf dem Weg gibt es auch allerlei zu lernen und zu entdecken. Es gibt Baumscheiben und Tafeln mit der jeweiligen Frucht des Baumes, frischem Trieb und Blatt. Außerdem Tafeln zum Aufklappen und Tiermodelle. Bei den Riechschränkchen war es gar nicht so einfach, den jeweiligen Geruch zu erschnüffeln. Die Tafel erklärt einem, dass Auge und Nase zusammenarbeiten und es dem Gehirn schwer fällt, ohne den Anblick den Geruch zuzuordnen. An der nächsten Station befinden sich Tastkästen. Da fiel es mir viel leichter, die jeweiligen Gegenstände zu benennen. Man erfährt so einiges über Tiere, die in den Bäumen leben, von denen man noch nie etwas gehört hat. Oder kennst du den Nagelfleck (Schmetterling), den Moschusbock (Käfer), die wollige Buchenlaus und den Steinpicker (Schnecke)? Der Weg arbeitet sich Stück für Stück in die Baumkronen. Und durch den Wind wackelten die Baumkronen echt enorm. Von oben konnte man in das Nest eines Schwarzstorchs schauen – kein echter Storch, nur ein Holzmodell – aber sehr schön anzusehen.
In Hessen wohnen bundesweit die meisten Schwarzstorchpaare. Wie groß die Spannweite von Adler, Bussard und Rotmilan sind, wenn sie fliegen, kann man hier sehen. Auf der Panorama-Aussichtsplattform (in 30 Metern Höhe) hat man einen super Ausblick auf den Edersee, das Schloss Waldeck und auch auf Ruinen, die der Edersee aufgrund des geringen Wasserstandes wieder freigibt.
Es ist sehr beeindruckend aber auch sehr windig hier oben. Und auf dem See fahren die Boote. Wirklich ein tolles Erlebnis. Und wer die Familienkarte Hessen hat, der bekommt auch noch einen Rabatt.

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